Besinnliches


Im Laufe der Zeiten

Volksschule 1955
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 20 Franken. Die Erzeugerkosten betragen 4/5 des Erlöses. Wie hoch ist der Gewinn?

Realschule 1972
Ein Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 20 Franken. Die Erzeugerkosten betragen 16 Franken. Berechne bitte den Gewinn!

Gymnasium 1981
Ein Landwirt veräußert eine Menge volana tuberosa (K) für eine Menge Geld (G). G hat die Mächtigkeit 20. Für die Elemente g aus G gilt: g ist 1 Franken. In Strichmengen müsstest Du für die Menge G zwanzig (////////////////////) Strichlein machen, für jedes Element eines. Die Menge der Erzeugerkosten (E) ist um vier Strichlein (////) weniger mächtig als die Menge G. Zeichne das Bild der Menge E als Teilmenge der Menge G und gib die Lösungsmenge (L) an für die Frage: Wie mächtig ist der Gewinn?

Intrigierte Gesamtschule 1995
Bauer verkauft einen Sack Kartoffeln für 20 Franken. Die Erzeugerkosten betragen 16 Franken, der Gewinn beträgt 4 Franken. Aufgabe: Unterstreiche das Wort "Kartoffeln" und diskutiere mit deinem Nachbarn darüber.

Weiter reformierte Schule 2005
ein kabidalistisch-briwilegiirter bauer bereichert sich one rechtverdigung an einem sack kardofeln um 4 franken. undersuche den tegst auf inhaldische, gramadische, ordogravische und satszeichen fähler, korigiire die aufgabenschtelung und demonstriire gegen die lösunk.

2015
äss giept känne chardofeln mär.

Des Rätsels - Lösung heißt: Rückbildung im Turbo-Tempo!

Quelle: unbekannt!


Das Deutsche Management (und seine Tücken)

Vor einiger Zeit verabredete eine Deutsche Bank ein jährliches Wettrudern gegen eine Japanische Bank, das mit einem Achter über die Distanz von 3 Kilometern ausgetragen werden sollte.

Beide Mannschaften trainierten lange und hart, um ihre höchste Leistungsstufe zu erreichen. Als der große Tag kam, waren beide Mannschaften topfit; doch die Japaner gewannen mit einem Vorsprung von 1 Kilometer.

Nach dieser Niederlage war das deutsche Team sehr betroffen; die Moral war auf dem Tiefpunkt. Das obere Management entschied, dass der Grund für die vernichtende Niederlage unbedingt herausgefunden werden müsse. Ein Projekt-Team wurde eingesetzt, um das Problem zu untersuchen und um geeignete Abhilfemaßnahmen zu empfehlen, wollte man doch im kommenden Jahr die Japaner besiegen. Nach dreimonatigen eingehenden Untersuchungen fand man heraus, dass bei den Japanern 7 Leute ruderten und 1 Mann steuerte, während im deutschen Team 1 Mann ruderte und 7 steuerten.

Das obere Management engagierte daraufhin sofort eine Beraterfirma, die eine Studie über die Struktur des deutschen Teams anfertigen sollte. Nach drei weiteren Monaten und beträchtlichen Kosten kamen die Berater zu dem Schluss, dass zu viele Leute steuerten und zu wenig ruderten. Um eine weitere Niederlage vorzubeugen, wurde daher die Teamstruktur geändert: Es gab jetzt 4 Steuerleute, 2 Obersteuerleute, 1 Steuerdirektor und 1 Ruderer. Außerdem wurde ein Leistungsbewertungssystem erarbeitet, um dem Ruderer mehr Ansporn zu geben. "Wir müssen seinen Aufgabenbereich erweitern und ihm mehr Verantwortung geben. Er muss bei der Steuerung ein gewisses Mitspracherecht haben!“ Nun wurde eifrig trainiert. Im kommenden Jahr gewannen die Japaner mit 2 Kilometern Vorsprung.

Das Management war erbost und entließ den Ruderer wegen schlechter Leistungen, verkaufte die Ruder und stoppte alle Investitionen für ein neues Boot. Der Beratungsfirma wurde ein Lob ausgesprochen und das eingesparte Geld dem Management ausgezahlt.


Sie sind dumm, sie sind faul und völlig überbezahlt. Ideen haben sie keine und Ferien viel zu viel. Was Sie schon immer über Pädagogen dachten, aber (vielleicht) nicht zu sagen wagten.

Und der Lehrer ist immer schuld
von Gabriele Frydrich
aus Tagesspiegel, Berlin
7. Juni 1998

Es gibt bisweilen schlechte Anwälte, stümperhafte Zahnärzte und blöde Verkäu­fer. Es gibt hin und wieder unbegabte Friseure, verlogene Politiker und miese Köche. Es gibt vereinzelt ungeschickte Chirurgen, vertrottelte Wissenschaftler und unbegabte Architekten. All das natürlich in männlicher und weiblicher Ausführung. Aber es gibt durch die (Schul)Bank weg nur unfähige und schlechte Lehrer.

Der Volksglaube an das Versagen einer ganzen Berufsgruppe ist riesig, unerschütterlich und eint Menschen jeden Alters und aller Schichten. Mit dieser Häme und Unerbittlichkeit wird keinem anderen Beruf begegnet. Die tiefenpsychologischen Gründe dafür sind wenig erforscht, dennoch leicht zu verstehen. Das eigene kindliche Ausgeliefertsein an die grausame Institution Schule, die Knechtschaft durch Zensuren und schrullige bis sadistische Steißbeintrommler hat ja nun jeder erlitten. Deshalb ist jeder Mensch ein gnadenloser Experte auf dem Gebiet der Lehrerbeurteilung, genährt und angefüttert durch den Neid auf lange Ferien (drei Monate im Jahr!), fette Gehälter fürs Nichtstun und halbe Arbeitstage.


Bedauerlich, dass keine dieser neiderfüllten Expertenseelen mal für ein paar Wochen die Fronten wechseln kann (nicht in den Schulferien, sondern in den interessanten Zeiten dazwischen). Und irgendwie wunderlich: Warum haben die Experten diesen göttlichen Beruf nicht selber ergriffen? Wir wissen doch: Jeder Idiot kann Lehrer werden, fehlende Eignung kann also kein Hinderungsgrund sein. Der Beruf ist optimal. Das Gehalt verdient sich im Schlaf, der sichere Beamtenstatus macht dick, faul und gefräßig, und in den Ferien pendelt der Lehrer - durch seine Arbeit gut erholt - zwischen Bali, Gomera und den USA oder werkelt an seinem Zweithaus auf Mallorca.

Der Unterricht macht sich von selbst, denn jeder Lehrer hat in seinen Schränken Unmengen von Aktenordnern stehen (darin hat er alles verwahrt, was er in seinem müßigen Pädagogenleben von innovativen Referendaren, Kollegen und eventuellen Fortbildungen abgreifen konnte...), in die er nur lässig einen Finger haken muss, schon ist die nächste Unterrichtsstunde gelaufen. Sobald es klingelt, schmeißt er den Rotstift hin und begibt sich zum Surfen oder Tennisspielen. Und das alles von unseren Steuergeldern!

Lehrer sind faul und blöde - und zudem an allem schuld. Gesellschaftlichen Problemen gehen sie nämlich aus dem Weg. Deshalb müssen die Schulaufsicht und die Presse ständig Direktiven erteilen, um die Lehrer daran zu erinnern, wofür sie eigentlich alles zuständig sind. Nicht nur für ihren tödlichen Mathematik- und lebensfremden Erdkundeunterricht, sondern auch für alle anderen Belange des Lebens. Aber davor drückt sich der Lehrer ja gerne und will die ganze Erziehungsarbeit auf die armen berufstätigen, überforderten und alleinstehenden Eltern schieben. So verursacht der
Pädagoge Drogensucht, Gewaltbereitschaft, frühe Schwangerschaften und Ödnis in Kinderseelen.

Der Lehrer benachteiligt durch seine Unsensibilität die Mädchen. Der Lehrer benachteiligt die Jungen durch einseitige Förderung der Mädchen. Er bemüht sich nicht um kulturelle Minderheiten, er lernt kein Türkisch und setzt sich nicht für die Einrichtung von Gebetsräumen in Schulen ein.

Der Lehrer überfordert die Schüler. Der Lehrer unterfordert die Schüler. Er verharrt in realitätsfernen Unterrichtsstoffen, derer er sich aus der mittelalterlichen Pädagogik bedient, und macht jeden modischen Schwachsinn kritiklos mit. Wir verweisen hier mal auf die Mengenlehre, die Ganzheitsmethode oder den handlungsorientierten Religionsunterricht.

Der Lehrer versagt bei allen Themen, die eine wirkliche gesellschaftliche Relevanz haben. Er klärt nicht über politisch korrekte Mülltrennung auf, nicht über die Ausbeutung der Dritten Welt, die Rechtsradikalen und die Vorteile des öffentlichen Nahverkehrs. Er macht seine Augen fest zu, wenn Schüler sich prügeln und erpressen, hält ihre Aufputschpillen für Smarties und ihre Joints für Scherzartikel. Stattdessen fälscht er seine Steuererklärung, baut Zäune um sein Eigenheim, sitzt im Bundestag oder arbeitet schlitzohrig auf seine Frühpensionierung hin. Den Rest der Zeit hat er hitzefrei oder geht auf Klassenfahrt, wobei er solche zusätzlichen Urlaubstage scheinheilig als Arbeitszeit rund um die Uhr deklariert.

Um seine idealen Arbeitsbedingungen zu verschleiern, macht sich der Lehrer unheimlich ins Hemd, wenn ein paar Vertretungsstunden anstehen, die Arbeitszeit verlängert wird, oder die Klassenfrequenzen mal eben erhöht werden. (Mein Gott, wo 30 Schüler lernen, fallen doch drei weitere nicht ins Gewicht!)

Lehrer sind überaltert, resigniert, in Routine erstarrt und ideenlos. Richtig begnadet sind eigentlich nur außerschulisch Engagierte, die so freundlich sind, hin und wieder mit den Schülern Projekte durchzuführen, die das aufarbeiten müssen, wovor Lehrer sich gerne drücken: Hilfe - ich nehme Drogen! Hilfe - meine Eltern lassen sich scheiden! Hilfe- ich bin schwul! Hurra - wir schreiben Gedichte! Hurra - wir machen ein Theater­stück! Hallo - ich erlebe mich selbst!

Lehrer sind lebensfremd, rechthaberisch und besserwisserisch. Deshalb müssen sich Eltern besonders energisch und hartnäckig durchsetzen können, um ihre Brut zu verteidigen. Das gelingt ihnen meist ganz gut, da sie ja mit dem seit ihrer Kindheit gezüchteten Feindbild in den Kampf. Verzeihung, in die Schule ziehen, wo sie dem verhassten Lehrer nun als erwachsene Sparring-Partner triumphierend gegenüberstehen und sich endlich für die in der Jugendzeit erlittene Unbill rächen können. Zwar haben viele Eltern nur das Minimalprogramm an Erziehungsarbeit geleistet und halten sich schon für sehr zugewandt, wenn sie dem Nachwuchs Frühstücksgeld mitgeben und einen Fernseher kaufen. Trotzdem wissen sie alles viel besser als der Lehrer.

Sie sind zwar hilflos ihrem fünfzehnjährigen Rotzbengel gegenüber, aber dafür hat der Lehrer erst gar keine Kinder. Die Eltern wissen das, legen aber dennoch neckisch­kokett den Kopf schief und flöten: Haben Sie eigentlich Kinder???!!!" Die Geburtenplanung des Lehrers hat zwar mit dem laufenden Gespräch nur sehr entfernt zu tun, die verblüffende Frage macht aber doch erst mal sprachlos. Obwohl natürlich der Lehrer denkt, dass man kein Schwein sein muss, um die Güte von Kotelett beurteilen zu können. Oder wie Churchill angeblich gesagt hat: Ich kann feststellen, dass ein Ei stinkt, auch wenn ich selber keins gelegt habe.

Gutbürgerliche Eltern wissen bestens, wie man den Unterricht sinnvoll gestaltet (besonders hilfreich sind hier Mütter, die fast einmal ihr erstes Staatsexamen geschafft hätten), wie man ihr sensibles und begabtes Kind zu behandeln und zu benoten hat. An eventuell verbleibenden Problemen ist der unfähige Lehrer schuld. „Bei mir zu Hause ist Hermann nie so!“ „So kenne ich meine Jutta gar nicht!"

Man kann als Vater oder Mutter auch nur die Stirn runzeln ob der vorsintflutlichen Forderungen, die manche Lehrer an die Schüler stellen (falls sie überhaupt welche stellen, die Schlaffis): So sollen die Schüler pünktlich sein und regelmäßig kommen, sie sollen heutzutage noch mit der Hand schreiben können, und das auch noch ordentlich (wo doch alle längst einen moderneren Computer als der Lehrer ihr eigen nennen). Die Schüler sollen sich nicht kneifen, beklauen, prügeln und bespucken. Sie dürfen ihre motorischen Bedürfnisse nicht ausleben, müssen ruhig am Tisch sitzen und dürfen nicht kippeln. Sie dürfen im Unterricht nicht essen und trinken, ja, nicht einmal entspannt Kaugummi kauen! Sie sollen im Klassenraum ihre dicken Winterjacken ausziehen und die Wollmützen abnehmen. Sie dürfen während der Stunde nicht aufs Klo gehen, sie könnten ja dort den örtlichen Drogendealer treffen! Sie dürfen im Unterricht ihr Handy nicht benutzen, kein Tagebuch schreiben, ihre Uhr darf nicht viertelstündlich piepen, und sogar das wimmernde Tamagochi wird eingezogen und im Lehrerzimmer gelagert, bis es in seinem eigenen Mist an Hunger eingegangen ist.

Es bleibt eigentlich nur festzustellen: Lehrer sind unbeliebt, vertrottelt, stinkend faul und völlig ineffektiv. Ihre Arbeit wird nach Schulschluss von fleißigen Muttis, Schularbeitszirkeln, Nachhilfelehrern und Computerprogrammen wesentlich wirkungsvoller durchgeführt. Wobei man den Schulstoff später ohnehin nie wieder braucht. Wie jeder weiß, lernt man das eigentliche Leben überall sonst, nur nicht in der Schule. Es soll schon in diversen Kultusministerien geheime Planungen geben, die Lehrer einfach abzuschaffen. Genauso gut und viel besser können Polizisten, Versicherungsagenten, Bankmanager, Hebammen. Rocksänger und Pastoren den Jugendlichen vermitteln, was wirklich wichtig ist. Die Lehrer könnte man dann irgendwo einsetzen, wo sie merken, was richtige Arbeit ist, also zum Beispiel in Bergwerken oder in der Rüstungsproduktion. Damit wäre uns allen gedient - und was das an Steuergeldern sparen würde ...